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Über unsere BPW Geschichte


UM ZU WISSEN, WOHIN WIR GEHEN, MÜSSEN WIR WISSEN, WOHER WIR KOMMEN.


Österreich war, man kann es nicht oft genug sagen, Gründungsmitglied der International Federation of Business and Professional Women ! Die Geschichte ist faszinierend, wenn man bedenkt, daß sich bereits im Jahre 1930 eine Gruppe engagierter Frauen verschiedener Berufe und Nationalitäten in Genf zusammengefunden hat, um die Vereinigung der Business and Professional Women zu gründen. Aus der Biographie unserer Gründerin, der Amerikanerin, Lena Madesin Phillips, können wir abseits der nüchternen Fakten die Entstehungsgeschichte nachlesen. Was hat die Frauen damals motiviert? Was war ihr Ziel?

"Eine Vision wird Wirklichkeit", ist die Überschrift des ersten Kapitels ihrer Biographie. 1919 wurde in Amerika die Federation of Business and Professional Women ins Leben gerufen. Bei einem Friedenskongress in Washington 1929 vertritt sie als BPW Repräsentantin bereits 21 amerikanische Staaten.

Ihrer Meinung nach war die Zeit reif, weitere Kreise zu erschließen und sie denkt an die Gründung einer internationalen Vereinigung. Zu diesem Zweck sucht sie Kontakte zu bedeutenden Frauen in Europa, bevor sich eine amerikanische Delegation auf eine Promotionreise begibt. Einige Wochen vor der Abreise nach Europa wurde Lena Madesin Phillips zum dritten Mal als Präsidentin in ihrem Amt bestätigt. Damit kann sie als Vertreterin von 50.000 amerikanischen Frauen in Europa glaubwürdig auftreten. Am 20. Juli 1928 schifft sich eine Delegation von sage und schreibe 55 Frauen von New York nach London ein. Dieses Ereignis beschreibt sogar die New Yorker Presse als "die größte Gruppe einer Organisation, die geschlossen nach Europa fährt". Genau wie heute, zahlten die Frauen die Kosten der Reise aus eigener Tasche. Von ihrem "hart verdienten Geld" mussten sie an reinen Reisekosten $795,- ausgeben. Die Motivation der 55 Frauen zu diese Europareise ist vielleicht so verschieden, wie die Frauen selbst, jedoch ein großes Ziel haben sie alle vor Augen: einen Beitrag zu leisten zur internationalen Völkerverständigung für einen dauerhaften Frieden!

Die erste Station war England, genauer, Plymouth, wo sie von weiteren amerikanischen Business Women erwartet wurden, wodurch sich die Gruppe auf 65 vergrößerte. Die Absicht, eine internationale Frauenorganisation zu gründen, wurde von Caroline Haslett, einer Elektrotechnikerin in einer Londoner Zeitung so kommentiert: "Eine Organisation von Business and Professional Women würde zweifellos zum besseren Verständnis für die wirtschaftliche Unabhängigkeit von Frauen beitragen, aber die Frauen hier sind mit ihrem Beruf viel zu beschäftigt, um noch übrige Zeit dafür aufzubringen. Ich finde das verkehrt! Wenn sie schon Zeit haben, in weltweiten Organisationen mitzuarbeiten, dann in solchen, wo sie den Männer unterstützend zur Seite stehen können!"

Die Reise führte die Amerikanerinnen von England, nach Frankreich, Belgien, Holland, Deutschland, Schweiz bis nach Italien. In Paris, heißt es, fand sich kein Club von berufstätigen Frauen. Dagegen konnten sie in den anderen Ländern gute Kontakte zu lokalen Frauenclubs aufbauen.

Dieser ersten Goodwilltour folgte im Jahr darauf eine weitere, bei der sich die Delegation teilte, um diesmal die skandinavischen Länder, sowie Deutschland, Tschechoslowakei, Ungarn und Österreich zu besuchen.

"In Wien", schrieb Lena Phillips, "erregte unser Erscheinen großes Interesse und am Tag unseres Treffens, erklärte die bekannte und erste österreichische Rechtsanwältin, Dr.Marianne Beth, sie wäre bereit, unverzüglich einen Club zu gründen." In diesem Zusammenhang wird auch Alice Schalek als Mitglied der ersten Stunde erwähnt. Alice Schalek, die als sensationsgeile Reporterin in Karl Kraus "Letzten Tage der Menschheit" sehr zu Unrecht lächerlich gemacht wurde. Sie bereiste die ganze Welt und ihre Fotoreportagen sind außergewöhnliche Zeitdokumente.

Im Jänner 1930 schließlich schickt Lena Madesin Phillips an alle kontaktierten Clubs in Europa und Kanada Einladungen zur Gründungsversammlung der International Federation of Business and Professional Women von 24. - 26. August 1930 in Genf. Die Antworten waren ermutigend. Nahezu 100 Anmeldungen aus 28 Ländern waren eingelangt.

Nun begann die dritte Promotionstour, die die Gruppe über Norwegen, Schweden und Finnland, bis nach Russland (Leningrad, Moskau und Kiew) brachte. Über Polen nach Wien kommend stellte sie fest, dass als Ergebnis der früheren Reise, der erste österreichische Club in Wien schon gewaltig gewachsen ist. Es gab aber auch Stimmen, die eine Vereinigung unter Ausschluss von Männern, undenkbar fanden. Eine Wiener Dame meinte zu Lena Madesin: "Ich verstehe nicht, wie Euch Amerikanerinnen Treffen ohne Männer gefallen können und wie ihr auch unverheiratet glücklich sein könnt. Man hört, ihr habt festliche Dinner ohne Männer, das wäre bei uns unerhört!"

Von Wien reiste die Gruppe über Oberammergau nach Genf. Genf war eine logische Entscheidung. Der Bund der Nationen und viele andere internationale Organisationen hatten dort ihren Sitz. Zahlreiche Delegierte kamen nach Genf und diskutierten über die Struktur, das Programm und Ziele der zu gründenden internationalen Frauenorganisation. Österreich war vertreten durch Dr. Marianne Beth, Anwältin, Philosophin und erste Frau, der der begehrte Kant Preis verliehen wurde.

Man einigte sich auf die Bezeichnung "International Federation of Business and Professional Women", der Name der ersten Stunde, der 70 Jahre lang hielt und erst vor kurzem nur leicht geändert wurde in "Business and Professional Women International" oder "BPW International".

Lena Madesin Phillips wurde 1.Internationale Präsidentin und eine Österreicherin, Marianne Beth, 1. Internationale Vizepräsidentin.

Am 26.August 1930 fand im Salle Centrale in Genf die Gründungsversammlung der "International Federation of Business and Professional Women" statt. Mit über 200 Frauen aus 16 Ländern war der Saal zum Bersten voll, darunter auch Delegierte aus Indien und China. Österreich war durch Dr. Marianne Beth vertreten. Lena Madesin Phillips machte den Anwesenden klar, daß es allein deren Entscheidung wäre, eine Vereinigung zu bilden. Bemerkenswert war, daß hier Vertreterinnen von Nationen Seite an Seite saßen und diskutierten, die zwölf Jahre zuvor noch miteinander im Krieg waren. In den Antrittsreden gab es ein deutliches Ja zu einer sofortigen Bildung einer Vereinigung mit dem Ziel der Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinaus, zur Förderung von Frauen im Beruf und in den freien Künsten und für bessere Standards in der Arbeitswelt. Eine strikte Auflage war Überparteilichkeit und Unabhängigkeit von einer Kirche oder Religion. Es gab ein einstimmiges Votum für die Gründung einer solchen Organisation. Strukturen, wie die Anzahl der Vorstandsmitglieder oder die Art der Mitgliedschaft behielten für viele Jahre hindurch ihre Gültigkeit.

Zur ersten Präsidentin wurde einstimmig Lena Madesin Phillipps gewählt. Eine von vier Vizepräsidentinnen wurde die Österreicherin Dr. Marianne Beth. Es war allen klar, dass sie mit ihren Absichten und Bestrebungen auch auf Widerstand stoßen und Missverständnisse bis Ablehnung zu erwarten hatten. Die Motivation war die Herausforderung, neue Strukturen und bessere Arbeitschancen für Frauen zu schaffen. Die ersten Resolutionen beinhalteten:

  • Das Erstellen von Listen, welche Institutionen Frauen zulassen und welche nicht
  • Errichtung von nationalen Büros um Informationen über den Status der berufstätigen Frauen zu sammeln und auszuwerten
  • Komitee für Auslandskontakte einzurichten
  • Im Sinne der Friedenserhaltung an den Ursachen für Kriege und Auseinandersetzungen zu arbeiten: das sind Ignoranz, Angst und Habgier
  • Das erste Büro stellte L.M.Phillipps in ihrer Kanzlei im 17.Stockwerk des Woolworth Buildings in New York kostenlos zur Verfügung.

Es begann die schwierige Aufgabe, mit wenig finanziellen Mitteln weitere Kampagnen zu starten, die Organisation und ihre Ziele bekannt zu machen und mehr Mitglieder zu gewinnen. Die Spende von $1000,- von Mrs. Rockefeller war willkommen, war aber nicht mehr als der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein. Bald schon erschien die erste Ausgabe der Monatszeitschrift "Widening Horizon", dem internationalen Magazin, das erst vor einigen Jahre auf "International Newsletter" umbenannt wurde.

Jetzt rücken Wien und Österreich in den Mittelpunkt des Geschehens: die Einladung zum 1. Internationalen Kongress nach Wien wurde vom Vorstand angenommen. Im Sommer 1931 fand der erste internationale Kongress der Business and Professional Women in Wien statt. In einem Brief an ihren Vater, erfahren wir von L.M.Phillips, daß sie nach einer angenehmen Überfahrt direkt nach Wien reiste, um sich noch vor dem Kongress auf Schloss Kobenzl auf die anstrengenden Tage als Vorsitzende vorzubereiten. Sie genießt das "alte Schloss von großen Wäldern umgeben mit herrlicher Aussicht, wo die Mahlzeiten auf der Terrasse serviert werden".

Das österreichische Kongresskomitee hat offensichtlich keine Mühen gescheut, den Teilnehmerinnen jeglichen Komfort und beste Unterhaltung zu bieten, ganz abgesehen von einem harmonischen Kongressverlauf. Genaue Angaben, in welchen Räumlichkeiten das Treffen war, gibt es nicht. Der Ort wird beschrieben als ein "würdevoller, alter Palast". Die Eröffnung im Großen Salon am Abend des 26. Juli 1931 fand in Anwesenheit von Ministern, Botschaftern und anderen Ehrengästen statt. Für die Delegierten des Kongresses schien die drohende wirtschaftliche Not und große Arbeitslosigkeit, die zu dieser Zeit in Österreich herrschte, nicht merkbar gewesen zu sein.

Ein ganzer Tag wurde dem Thema der wachsenden Arbeitslosigkeit gewidmet. Dr. Hilde Oppenheimer, eine angesehene Wirtschaftsfachfrau aus Berlin, beleuchtete die Hintergründe und Aussichten eines sich verändernden Arbeitsmarktes, wie die Ablöse von Arbeitskräften durch Maschinen, Überproduktion und die allgemein schwache Kaufkraft.

Der Jahresbericht der Kassierin zeigte ein Plus von $8,34,- bei einem Umsatz von knapp $4.000,-. Trotzdem wurde einstimmig die Verlegung des internationalen Headquarters nach Genf beschlossen. Sicher war das auslösende Moment das starke Wachsen der europäischen Federation. In den ersten zwölf Monaten seit Bestehen gab es in Italien ca. 40 Clubs, weitere Clubs in Wien, Amsterdam, Brüssel, Helsinki, Lausanne, Oslo, Paris, Stockholm, 2 in Großbritannien und 5 in Ungarn und im Entstehen Clubs in Polen und der Tschechoslovakei. Es wird berichtet, dass Dr. Marianne Beth ihre Untersuchung über die Diskriminierung von Frauen in öffentlichen und privaten Bereichen vorlegte.

Bei der Abschlussveranstaltung wurden die Resolutionen "gleicher Lohn für gleiche Arbeit" und die "Berufung von mehr Frauen in das Richteramt" beschlossen. Die Teilnehmerinnen waren sich einig, dass Treffen wie dieses eine immense Kraft für die Umsetzung gemeinsamer Ziele freilegt.

Es dauerte immerhin 63 Jahre, bis wieder ein BPW Kongress in Wien stattgefunden hat. Wussten Sie,

  • dass 1917 der "National War Work Council of the YWCA" ein Komitee für Berufs- und Geschäftsfrauen in den USA initiierte, um Finanzmittel auch unter den Berufs- und Geschäftsfrauen für den 1. Weltkrieg zu beschaffen?
  • dass Lena Madesin Phillips mit dem Aufbau dieses Komitees betraut wurde?
  • dass durch dieses Komitee die Initiative für die Gründung der National Federation of Business and Professional Women Clubs in den USA entstand?
  • dass nicht nur das Komitee sondern auch die spätere Initiative zur Gründung des National Federation of Business and Professional Women Clubs in den USA durch Gelder der YWCA finanziert wurde?
  • dass die National Federation of Business and Professional Women Clubs in den USA von Anfang an die weibliche, politische Kraft im Lande war und diesen Einfluss intensiv für die Vorteile der Frauen einsetzte?
  • dass die AG Internationales die erste initiierte AG war und daraus die International Federation entstand?
  • dass Mrs. Roosevelt gemeinsam mit Dr. Philipps schon im Jahre 1928 über die mangelnde Solidarität unter Frauen klagte?
  • dass während des 2. Weltkrieges in den von Nazi-Deutschland besetzten Ländern die Frauen trotz der Versammlungsverbote die internationale Kerzenfeier zelebrierten und daraus immense Kraft schöpften?

Wien war 1931 die Stadt des 1. Internationalen BPW Kongresses, nach der Gründung in Genf sicher ein weiteres, historisches Ereignis. Die allgemeine Arbeitslosigkeit in den 30er Jahren brachte Tendenzen wie, verheirateten (= versorgten) Frauen keine Anstellung zu geben. In einigen Ländern wurde sogar zur Diskussion gestellt, Frauen das "Recht auf Arbeit" in Zeiten erhöhter Arbeitslosigkeit zu entziehen. Heftige Proteste der Frauenorganisationen konnten das verhindern. Leider sind genauere Aufzeichnungen über Inhalt und Ablauf des Wiener Kongresses nicht erhalten geblieben.

In der Folge fanden weitere internationale Treffen statt: 1932 ein Board Meeting in Paris, 1933 eine erste internationale Kunstausstellung in Amsterdam. Künstlerinnen aus 14 Ländern sind daran beteiligt. 1935 wird zum ersten Mal die "International Night" zelebriert, die seit 1941 – während des Krieges und in Gedenken an Frauen in Not – als Candlelight Ceremony abgehalten wird. Es ist interessant festzustellen, dass, obwohl die internationale Präsidentin aus Amerika kommt, die meisten Treffen in Europa stattfanden. Europa war damals wie auch heute zahlenmäßig stark und sehr aktiv.

1935: Board Meeting in Brüssel bei dem die Verlegung des Büros von Genf nach London beschlossen wird. Bis 2001 befindet sich unser internationales Büro in London. Seit 2001 wandert das Büro aus praktischen Gründen mit der jeweiligen Präsidentin zu deren Wohnsitz.

Durch die Aufnahme eines Clubs in Melbourne, Australien, ist fünf Jahre nach der Gründung BPW auf 4 Kontinenten vertreten. Es fehlt nur noch Afrika.

1936 findet der 2. Internationale Kongress in Paris statt. Das Thema lautet: "The woman who works – is she going forward or back?" Nach der Aufnahme eines Clubs in Jerusalem, Palästina, sind 24 Länder auf 4 Kontinenten an BPW International angeschlossen. Lena Madesin Phillips wird in Paris als Präsidentin in ihrem Amt bestätigt.

1937: 7. Board Meeting in Stockholm und Beitritt Dänemarks als 25. Mitgliedsland. Kampagnen einzelner Länder begleiten die internationale Arbeit. Schweden hat zum Ziel, die Zahl der Parlamentarierinnen zu verdoppeln und BPW Kanada publiziert den Slogan: "A Woman Senator from every Province!"

1938: 3. Internationaler Kongress in Budapest. BPW stellt die Forderung an die Liga der Nationen, die Organisation aus der später die UNO hervorgeht, Maßnahmen zur Beseitigung der Ungleichbehandlung von Männern und Frauen zu treffen.

Der Krieg, der bald danach über Europa hereinbricht, bringt vieles zum Stillstand und wirft die Frauenbewegung um Jahrzehnte zurück. Aufstrebende Clubs, die sich überall in Europa etabliert hatten, stellen ihre Aktivitäten ein oder lösen sich auf. Auch der Wiener Club wird stillgelegt. Ob es vor dem Krieg bereits mehrere Clubs in Österreich gegeben hat, geht aus den internationalen Aufzeichnungen nicht hervor. Hier müsste vor Ort eine Recherche in die Wege geleitet werden.

Am 30. Juli 1946 kommt es in Brüssel nach 7 Jahren zu einem ersten Treffen nach dem Krieg. Lena Madesin Phillips gedenkt der vielen Opfer des Naziregimes. Österreich ist dabei nicht vertreten. Jedoch berichten englische Mitglieder, die in Wien stationiert waren, von einem Treffen mit 3 früheren BPWs, die bereit sind den Club in Wien wieder aufzubauen.

Zum 4. Internationalen und ersten Kongress nach dem Krieg 1947 in Paris entsendet Österreich wieder Delegierte. Zum letzten Mal tritt Lena Madesin Phillips als internationale Präsidentin auf.Nach langen Debatten erklärt sich die Amerikanerin Miss Sally Butler bereit, die Nachfolgerin der herausragenden Persönlichkeit und Gründerin Lena Madesin Phillips zu werden.

Folgendes ist uns von Lena Madesin Phillips Abschlussrede überliefert:

"Ideas and even ideals have changed. Old hopes are dead, new dreams have risen from their roots. I ask you to be as great in peace as you were in war. Let us face the future with faith and courage, realising that the human race goes painfully but surely forward, and that we are privileged to participate in the struggle of that progress."

BPW Österreich rekonstituierte sich nach dem Krieg im Jahre 1946 und wurde 1949 Federation, was den Schluss zulässt, dass es von da an wieder 3 aktive Clubs gab. In den internationalen Aufzeichnungen scheint allerdings keine Österreicherin mehr als Vorstandsmitglied auf. Wir wissen aber, dass die "Vereinigung Österreichischer Klubs berufstätiger Frauen" großen Aufschwung genommen hat. In Wien, Graz und Salzburg wurden Clubs gegründet. Grazer- und später Österreich-Präsidentin, Frau Jutta Schwarz, berichtet, dass der Grazer Club in seiner Blütezeit mehr als 400 Mitglieder hatte. Das war in den 60er und 70er Jahren.

Auf internationaler Ebene war IFBPW seit der Gründung der Vereinten Nationen im Jahre 1945 in New York durch Esther Hymer vertreten. In den folgenden 50 Jahren war Sie unsere UNO Repräsentantin. Dank Ihrer Intervention konnte BPW 1978 Consultative Status Category I erreichen, eine deutliche Verbesserung zur früheren Category II: "The difference between Category I and Category II status was significant. Representatives of IFBPW were now permitted to speak in meetings, place items on the agenda, submit written statements of two thousand words (instead of five hundred) and sit in meetings in a reserved seat." Esther Hymer nahm 97jährig an den Feiern zu 50 Jahre UNO im Jahre 1995 in alter Frische teil und war eine der wenigen, die auch schon bei der Gründungsfeier dabei war. Bei historischen Meilensteinen, wie CEDAW (= Convention on the Elimination of all Forms of Discrimination against Women), 1967 von der Generalversammlung der UNO beschlossen, war unsere Organisation ebenso maßgeblich beteiligt, wie bei den großen Weltfrauenkonferenzen:

1975 Mexiko City, 1980 Kopenhagen, 1985 Nairobi und 1995 Peking, die bedeutendste und mit 20 000 Teilnehmerinnen bisher grösste 4. Weltfrauenkonferenz. 2005 bei der jährlichen "Commission on Status of Women" in New York gab es den Rückblick Peking + 10.

BPW ist inzwischen auf allen 5 Kontinenten vertreten und so gewachsen, dass die Regionen in eigene Koordinationen unterteilt wurden. Die europäische Region startete 1981 mit einem eigenen Kongress in Straßburg. Die Situation in Österreich war zu dieser Zeit stagnierend. Es gab einen Club in Wien und einen in Graz mit Mitgliedern, die zu einem hohen Prozentsatz bereits im Pensionsalter waren und daher für junge, aktiv im Berufsleben stehende Frauen nicht genug attraktiv waren.

Das war die Situation, als ich 1987 über den Schweizer BPW - Club Kenntnis über eine Organisation von berufstätigen Frauen bekam. Von Frau Schwarz aus Graz motiviert und unterstützt gründete ich am 17. Februar 1988 die "Gesellschaft berufstätiger Frauen – Wien". Das war der Start für einen neuerlichen Aufschwung von BPW Austria, bei dem es nach und nach zu Clubgründungen in allen Bundesländern kam. Und es war mir eine besondere Freude, den 10. österreichischen Club, den "BPW Salzkammergut", am 3. Oktober 2000 mit aus der Taufe gehoben zu haben.

Wie auch die internationalen Kongresse findet der europäische alle 3 Jahre statt. Um Österreich auf internationaler Ebene wieder ins Bewusstsein zu bringen, beantragten wir die Ausrichtung eines europäischen Kongresses. Seit 1931, als in Wien der 1. internationale BPW Kongress stattgefunden hat, war 1994 Wien wieder BPW Kongressstadt. Mehr als 600 Teilnehmerinnen trafen sich im Hotel Intercontinental, um für 3 Tage zum Thema "Women's Worlds: Women in the Social and Economic Context" zu tagen und zu diskutieren. Internationale Präsidentin war zu dieser Zeit die Italienerin Livia Ricci.

Als besondere Persönlichkeit unter den internationalen Präsidentinnen möchte ich Yvette Swan, von den Bermudas hervorheben. Sie war die erste Schwarze, die dieses Amt bekleidete und ist jetzt in ihrem Land Mitglied der Regierung. Die Politik, unsere Vielfalt und Internationalität auch in unseren Entscheidungen zum Ausdruck zu bringen, sollte konsequent fortgesetzt werden. So fand 1991 der internationale BPW Kongress in Nairobi statt, erstmals auf dem afrikanischen Kontinent und der darauffolgende 1993 in Nagoya, Japan. 1996 war Italien Gastland für den Internationalen Kongress am Lido in Venedig und 1999 Vancouver in Kanada. In Vancouver wurde Dr. Pat Harrison, BPW Australien, zur Internationalen Präsidentin gewählt.

In Europa brachte uns die Osterweiterung neue Clubs und neue Mitglieder. Im Juni 2000 fand der 10. europäische Kongress erstmals in einem osteuropäischen Land und zwar in der Hauptstadt von Estland, in Tallinn statt. Europäische Meetings wechseln sich ab mit internationalen. So waren in der Folge europäische Meetings 2001 auf Zypern, 2003 in Rom, 2004 in Berlin und 2006 in Stockholm.

2002 beim Internationalen Kongress in Melbourne wurde die Schweizerin Dr.Antoinette Rüegg zur Internationalen Präsidentin gewählt, 2005 beim 25. Internationalen Kongress in Luzern Dr.Chonchanok Viravan aus Thailand. Der 26. Internationale Kongress findet vom 24. - 28.Oktober in Merida, Mexiko, statt.

Weitere Informationen unter www.bpw-international.org.

Mag. Ilse Spritzendorfer
2. Internationale Vizepräsidentin & Membership Chair 2002-2005
European Coordinator 1996-2002


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